Da, wo heute dieses repräsentative Wohnhaus steht, befand
sich einer der Zwettler Freihöfe, der zuletzt der Herrschaft
Schickenhof unterstand. 1748 ging er in bürgerlichen Besitz
über. Der Eisenhändler Johannes Neckheim, der das Anwesen
erworben hatte und neben dem Amt des örtlichen Briefsammlers
auch jenes des Erbpostmeisters innehatte, errichtete hier
1751 die Zwettler Poststation, welche durch 80 Jahre in diesem
Haus verblieb. 1754 fuhr von hier zweimal monatlich ein„Ordinari-Postwagen“, der mit vier Pferden bespannt war und
Platz für acht Personen bot, von Zwettl nach Wien und wieder
zurück.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beherbergte das Haus zeitweise auch einen jüdischen Betraum. 1897 kaufte die örtliche Sparkasse das Haus, das dann der Erweiterung der Stadteinfahrt von der Bahnhofstraße her weichen musste. Letztere war 1895 auf dem ehemaligen Stadtgraben angelegt worden. An Stelle des mächtigen alten Freihofes errichtete die Bank nach Plänen der Wiener Architekten M. und C. Hinträger ein Wohnhaus mit späthistoristischer Fassade in Renaissanceformen, das 1898 aus Anlass der 50. Wiederkehr des Tages der Thronbesteigung von Kaiser Franz Josef I. als „Jubiläumshaus“ eröffnet wurde.
Eine umfassende Renovierung der gesamten Außenfassade des Gebäudes fand im Jahre 2004 statt.