Die Stadtgemeinde Zwettl verlieh Ehrenzeichen an sechs ausgewählte Persönlichkeiten (sitzend): Ing. Ewald Mengl (Wirtschaft), V Dipl. KH-BW Franz Waldecker (Soziales), Mag.a Anna Haneder (Soziales), Helmut Hahn (Kultur), Benjamin Watzl (Umwelt & Nachhaltigkeit) und Klaus Enengl (Sport), es gratulierten Bürgermeister LAbg. ÖkR Franz Mold, Stadtamtsdirektor Mag. Hermann Neumeister, Bezirkshauptmann Dr. Markus Peham, die Stadträte Thomas Weiss, Erich Stern, Daniel Ruttinger, Michael Friedl, Wolfgang Huber und Paul Robl sowie Landesrat Anton Kasser und Abt Mag. P. Johannes Maria Szypulski OCist.
Im würdigen Rahmen des Großen Sitzungssaales im Stadtamt verlieh die Stadtgemeinde Zwettl am 16. Jänner Ehrenzeichen an sechs Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um ihre Heimatgemeinde verdient gemacht haben. Ausgezeichnet wurden engagierte Zwettlerinnen und Zwettler aus den Ressorts Kultur, Feuerwehr, Soziales, Sport, Umwelt & Nachhaltigkeit sowie Wirtschaft. Alle Fotos finden Sie in unserer Bildergalerie.
Bürgermeister LAbg. ÖkR Franz Mold eröffnete den Festakt und stellte gleich zu Beginn den besonderen Charakter der Veranstaltung heraus. Menschen zu ehren, „die durch ihr freiwilliges Engagement unsere Stadt auf besondere Weise geprägt haben und noch immer prägen“, sei ein zentrales Anliegen der Stadtgemeinde.
Zwettl sei seit jeher eine Stadt, die vom Ehrenamt lebe, betonte Mold. Vieles von dem, was das Zusammenleben ausmache, wäre ohne freiwillige Arbeit undenkbar. Der Gemeinderat habe daher beschlossen, Ehrenzeichen an verdiente Persönlichkeiten zu verleihen, die stellvertretend für die Haltung stehen, Verantwortung zu übernehmen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. „Eine Gemeinde lebt nicht nur von Projekten oder Bauwerken, sondern vor allem von Menschen, die sich einbringen und mitgestalten“, so der Bürgermeister. Den Geehrten gebühre dafür aufrichtiger Dank und tiefster Respekt.
Im Anschluss wurden die Ehrenzeichen nacheinander verliehen. Die jeweiligen Stadträte stellten die Ausgezeichneten vor, ergänzt durch kurze, unterhaltsame Videoporträts von „Adler und Wald“. In diesen „Homestories“ präsentierten sich die Geehrten selbst und gaben persönliche Einblicke in ihr Wirken.
Mit Video: Die Geehrten im Detail
Helmut Hahn, der seit rund 20 Jahren als Stadtführer tätig ist, erhielt aus den Händen von Stadtrat Michael Friedl das Ehrenzeichen für Kultur. Hahn sei ein wahrer Botschafter Zwettls, der in dieser Zeit viele tausend Gäste durch die Stadt geführt habe. Mit großer Begeisterung für Geschichte und Besonderheiten Zwettls trage er maßgeblich zum Erfolg der Stadtführungen bei. Sein Engagement habe nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Emotionen geweckt – und damit das Bild Zwettls nachhaltig geprägt.
Das Ehrenzeichen im Bereich Soziales (Feuerwehr) überreichte Stadtrat Erich Stern an V Dipl. KH-BW Franz Waldecker von der Freiwilligen Feuerwehr Gschwendt. Waldecker ist dem Feuerwehrwesen seit über vier Jahrzehnten eng verbunden. 1986 übernahm er die Funktion des Verwalters, die er bis Anfang 2026 mit großer Verlässlichkeit und umfassendem Fachwissen ausübte. „Darüber hinaus prägte er durch seine langjährige und erfolgreiche Teilnahme an Feuerwehrleistungsbewerben das Feuerwehrwesen nachhaltig. Franz Waldecker steht beispielhaft für Pflichtbewusstsein, Kameradschaft und jahrzehntelangen Dienst am Nächsten – Werte, die das Feuerwehrwesen auszeichnen“, so Stern.
Stadtrat Daniel Ruttinger stellte Mag.a Anna Haneder von der Frauenberatung Waldviertel vor und gestaltete seine Präsentation bewusst interaktiv. „Wie viele von euch kennen die Frauenberatung?“, fragte er ins Publikum – viele Hände gingen nach oben. Bei der Frage, was genau die Frauenberatung mache, wurden es schon weniger. Antworten darauf lieferte das Video, das eindrucksvoll die vielfältige und wichtige Arbeit der Beratungsstelle zeigte. Ruttinger äußerte die Hoffnung, dass die Frauenberatung noch viele Jahre ein fixer Bestandteil des sozialen Angebots in Zwettl bleiben möge.
Das Ehrenzeichen für Sport überreichte Stadtrat Paul Robl an Klaus Enengl. „Erfolge im Ausdauersport sind niemals Zufall, sondern eine stille Schule des Charakters“, betonte Robl. Klaus Enengl stehe unter anderem als Vizeweltmeister über die Halbdistanz im Triathlon in Šamorín sinnbildlich dafür, was möglich sei, wenn man ein Ziel mit klarem Fokus verfolge. Diese Haltung, gepaart mit zahlreichen sportlichen Erfolgen, mache Klaus Enengl zu einem würdigen Träger des Ehrenzeichens.
Stadtrat Wolfgang Huber präsentierte das Ehrenzeichen für Umwelt und Nachhaltigkeit. Dieses erhielt Benjamin Watzl, der fachliche Kompetenz mit großer Leidenschaft für die Ornithologie verbindet. „Sein Engagement in Forschung und Wissensvermittlung, insbesondere im Bereich des Vogelschutzes am Rudmannser Teich, leistete einen wichtigen Beitrag zum Verständnis und Erhalt der Vogelvielfalt“, so Huber. Watzls Wirken inspiriere Fachkollegen ebenso wie naturinteressierte Menschen und zeige, wie wichtig Neugier, Ausdauer und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit der Umwelt seien.
Für das Ehrenzeichen im Bereich Wirtschaft zeichnete Stadtrat Thomas Weiss Ing. Ewald Mengl aus – nicht ohne humorvolle Einleitung. Der einzige schwarze Fleck in dessen Lebenslauf sei, dass er in Wels geboren wurde, meinte Weiss augenzwinkernd, „trotzdem ist er ein waschechter Zwettler und ein echtes Zwettler Urgestein“. Mengl sei ein Vorbild für Unternehmertum und ein leidenschaftlicher Verfechter der Zwettler Innenstadt. Der von seinem Großvater vor rund 90 Jahren gegründete Betrieb erstreckt sich heute über mehrere Häuser im Stadtzentrum und beschäftigt rund 50 Mitarbeiter.
Ing. Ewald Mengl: „Schaut’s auf mein Zwettl!“
In den Dankesworten im Namen aller Geehrten sprach Ewald Mengl von einer „sehr unterschiedlichen und bunten Truppe“ verschiedensten Alters und aus unterschiedlichen Berufsgruppen. Was alle verbinde, sei die echte Freude an dem, was sie tun, und der Wunsch, Positives zu bewegen und Vorbild zu sein.
Mit Blick auf die Stadtgemeinde betonte er, dass auch diese heute so bunt sei wie nie zuvor. Er appellierte, parteipolitische Differenzen hin und wieder zurückzustellen und miteinander zu reden: „Bitte schaut’s deshalb, dass sich was bewegt und schaut’s auf mein Zwettl!“
Bezirkshauptmann Dr. Markus Peham: „Zusammenhalt als gelebte Praxis“
In seiner Glückwunschansprache ging Bezirkshauptmann Dr. Markus Peham auf die angespannte politische Weltlage ein, die bei vielen Menschen Unsicherheit auslöse. Zusammenhalt sei daher kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Dass dieser in Zwettl keine Theorie sei, habe der Abend eindrucksvoll gezeigt.
„Was eine Gemeinde stark macht sind nicht nur Infrastruktur und Budget, es sind Menschen, die hinschauen, anpacken, organisieren und gestalten – oft im Hintergrund über viele Jahre hinweg“, so Peham. Die große Bandbreite der Ehrenzeichen sei nicht zufällig, sie sei „Ausdruck einer lebendigen Gemeinde, in der Zusammenhalt kein Schlagwort, sondern gelebte Praxis ist“, sagte der Bezirkshauptmann.
Landesrat Anton Kasser: „Beeindruckendes Fest“
Die Festansprache hielt Landesrat Anton Kasser, der die Veranstaltung als „beeindruckendes Fest“ bezeichnete. „Es ist bemerkenswert, was eine Gemeinde oder eine Stadt alles braucht, damit das tägliche Leben funktioniert“, so Kasser, der betonte, dass mit der Verleihung der Ehrenzeichen ein weiter Bogen über dieses vielfältige Engagement gespannt worden sei. Die Auszeichnung verstehe er als einen „Scheinwerfer“, der Menschen ins Licht rücke, „die nicht jeden Tag fragen: Muss ich das tun?, sondern die einfach machen und Verantwortung übernehmen“. Genau dieser Geist sei in Zwettl deutlich spürbar und entscheidend dafür, dass die Stadt lebenswert war, ist und auch in Zukunft bleiben werde. „Am Ende des Tages zählt“, so Kasser abschließend, „wie wir miteinander leben.“